Der Mythos Schweiz feiert Geburtstag
01 Aug
Unterdrückung durch Vögte, eine schlimme Zeit für das Bergvolk inmitten von Europa. Bis sich dann die drei Leidensgenossen Walter Fürst, Werner Stauffacher und Arnold von Melchtal im Jahre 1291 anfangs August auf der Rütliwiese den Eid für Unabhängigkeit geschworen haben und somit zu Eidgenossen wurden…
Über 700 Jahre sind vergangen und trotzdem hat dieser Mythos bis heute Überlebt und die Eidgenossen feiern jedes Jahr am 1. August brav ihre Unabhängigkeit und den Geburtstag der Schweiz. Wie das so zu und her geht möchte ich hier mal kurz beschreiben…
Also der Tag beginnt mit einem typischen Schweizer Frühstück an dem der berühmte 1. August Weggen natürlich nicht fehlen darf.

Anschliessend wird der Garten oder Balkon feierlich und patriotisch geschmückt, damit auch niemandem entgeht, dass die Schweiz heute ihren Geburtstag feiert. Während der brave Schweizer seine Lampions und “Fähnli” aufhängt läuft im Wohnzimmer auf dem CD-Player die Landeshymne und der brave Schweizer singt selbstverständlich alle 4 Strophen auswendig mit..!


Am Mittag gibt es ein typisches Schweizer Gericht wie; Zürigschnäzlets, Berner Röschti, Fondue, Raclette usw… Aber noch beliebter ist am 1. August das Schweizer Reiskreuz in würziger Tomatensauce.

Nach dem Mittagessen macht die brave Familie Schweizer einen Spatziergang durch den mit Flaggen festlich geschmückten Wohnort und schaut wer denn noch zu den braven Schweizern gehört. Durch die Massenorgie an Schweizerfahnen, Kantonsflaggen, Laternen usw. die Herr und Frau Schweizer auf Balkonen, Fenstern usw. installiert haben, wird der Spaziergang zur reinsten Entdeckungsreise…







Später wieder Zuhause geht Mama Schweizer in die Küche und richtet ein paar leckere Snaks für das bevorstehnde Apero und die Grillparty im Garten…

Papa Schweizer heizt in der Zeit den Grill an und macht die heilige Schweizer Servelats oder Olma Bratwürste bereit um sie auf den Rost zu legen, dabei werden sie selbstverständlich alle mit einem Schweizerkreuz eingeschnitten…

Danach geht der brave Schweizer an die Bundesfeier wo meistens SVP Politiker ihre Reden halten und den Mythos Schweiz wieder richtig zum Leben erwecken! Abermals kommt Willhelm Tell ins Spiel der einst unser Land mit dem soooo berühmten Apfelschuss und dem Mord an Landvogt Gessler so kühn berfreit haben soll. Sie reden gene vom Rütli und vergelichen die EU mit den Vögten der damaligen Zeit und der brave im Herzen getroffene Schweizer applaudiert und schwänkt dazu sein Schweizer “Fähnli”..!

Nach der Bundesfeier gehen dann die gaaanz braven Schweizer noch zum “Funkenplatz” ihrer Wohngemeinde, wo der traditionelle “1. August Funken” angezündet wird. Der Brauch stammt aus der Anfangszeit der Schweiz als die alten Eidgenossen sich mit Höhenfeuern von Berg zu Berg verständigt haben wenn Beispielsweise Gefahr drohte.

Danach gehen die braven Schweizer nach Hause und lassen in ihrem Garten Feuerwerk los…!
Wichtig dabei ist, mögliches mehr abzulassen als der Nachbar… So findet also in fast jedem Schweizer Garten ein Feuerwekspektakel der Superlative statt …

Millionen werden da in den Himmel geschossen und fast keiner denkt nur im geringsten daran, wie viele hungernde Menschen mit dem Geld irgendwo auf der Welt ernährt werden könnten oder medizinisch versogt… oder wie viel schöne Schweizer-Natur mit dem Geld geschützt werden könnte… Oder an die vielen armen Tiere die durch die “Knallerei” in Todesangst versetzt werden…
Macht aber nix… Hauptsache wir sind alles braave Schweizer..!!
In dem Sinne allen einen schönen 1. August
Daniel Keller
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